{"id":60624,"date":"2025-05-02T10:43:13","date_gmt":"2025-05-02T08:43:13","guid":{"rendered":"https:\/\/oberschuletwist.de\/?page_id=60624"},"modified":"2025-05-04T11:54:06","modified_gmt":"2025-05-04T09:54:06","slug":"von-den-anfaengen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/oberschuletwist.de\/?page_id=60624","title":{"rendered":"Am Anfang war das Moor"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Entstehung der HRS Twist<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am Donnerstag, dem 7. August 1975 wurde in den neuen R\u00e4umen des Schulzentrums Twist mit dem Unterricht begonnen. Offiziell wurde die Schule am 29. August ihrer Bestimmung \u00fcbergeben. In einer denkw\u00fcrdigen Feier, an der viele Pers\u00f6nlichkeiten des \u00f6ffentlichen Lebens teilnahmen, stellte der damalige Oberkreisdirektor Dr. Kolck in seiner Ansprache fest: \u201eDiese Schule ist der erste verwirklichte Teil eines k\u00fchnen Planes der Gemeinde Twist, an dieser Stelle ein gro\u00dfes Gemeindezentrum mit Schule, Sportanlagen, mit Rathaus und Park zu errichten. Damit wird die gro\u00dfe Fl\u00e4chengemeinde Twist ihren Mittelpunkt erhalten, auf den das gemeindliche Leben ausgerichtet sein soll&#8230;&#8220; Und der zust\u00e4ndige Schulrat Escher betonte: Schule und Kirche h\u00e4tten schon in der Vergangenheit die Integration der B\u00fcrger gef\u00f6rdert. In Twist seien durch die Neuorganisation des Schulwesens gute Voraussetzungen f\u00fcr ein allm\u00e4hliches Zusammenwachsen der Menschen in der neuen Gro\u00dfgemeinde gegeben. Die relative Selbst\u00e4ndigkeit der einzelnen Ortsteile werde durch die Grundschule unterstrichen, die Integration des Ganzen durch die Errichtung des Schulzentrums gef\u00f6rdert. Insofern sei die Zentralisierung im Schulwesen f\u00fcr Twist &#8211; weil sie zu \u00fcberschauen sei &#8211; positiv zu bewerten. Die Integration der verschiedenen Ortsteile der erst 1974 entstandenen Gemeinde Twist war in der Tat ein zentrales Anliegen. Die Kolleginnen und Kollegen, die die ersten Schuljahre an der neuen Schule miterlebten, werden sich noch sehr genau an die kleineren und gr\u00f6\u00dferen Rivalit\u00e4tsk\u00e4mpfe zwischen den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern aus den verschiedenen ehemals selbst\u00e4ndigen D\u00f6rfern erinnern. Doch mit den Jahren gelang es tats\u00e4chlich, zun\u00e4chst \u201eWaffenstillstand&#8220; und schlie\u00dflich so etwas wie Frieden zu schlie\u00dfen. Heute sind derartige Zwistigkeiten in der Sch\u00fclerschaft kaum noch festzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor es jedoch zur Einweihung der neuen Schule kam, waren Jahre des Planens, des \u00dcberdenkens und Umorganisierens notwendig. Dieser Aufgabe hatte sich der sp\u00e4tere erste Schulleiter des Schulzentrums, Rektor Hubert Mijalski, angenommen. Aus seinen Aufzeichnungen des Schuljahres 1970\/71 in der Schulchronik geht hervor, dass er sich bereits zu diesem fr\u00fchen Zeitpunkt mit weitreichenden Planungen des Twister Schulwesens befasste.<\/p>\n\n\n\n<p>Dreh- und Angelpunkt seiner \u00dcberlegungen sollte die von der Nieders\u00e4chsischen Landesre\u00adgierung propagierte neue Schulform der Orientierungsstufe sein. Im Gegensatz zu anderen Regionen des Landes standen die Bev\u00f6lkerung und die politische Gemeinde Twist diesem Projekt wohlwollend gegen\u00fcber. F\u00fcr den damaligen B\u00fcrgermeister und Landtagsabgeordneten Hermann Nottberg und f\u00fcr den langj\u00e4hrigen Gemeindedirektor Hans M\u00f6ller er\u00f6ffnete sich die M\u00f6glichkeit, endlich dazu beizutragen, das Bildungsgef\u00e4lle zwischen Stadt und Land deutlich abzubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Beide Kommunalpolitiker waren also sehr damit einverstanden, in Hubert Mijalski einen engagierten und kompetenten Schulleiter zu haben, der das Zeug dazu hatte, die k\u00fchnen schulpolitischen Pl\u00e4ne der Gemeinde in die Tat umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Chronik f\u00fcr das folgende Schuljahr hei\u00dft es zur k\u00fcnftigen Organisation des Schulwesens: \u201eTwist soll endg\u00fcltig Standort f\u00fcr eine Orientierungsstufe werden. Diese Orientierungsstufe soll vorl\u00e4ufig in der hiesigen Schule aufgebaut und gef\u00fchrt werden. Alle Sch\u00fcler der Grundschule (der Siedlung) sollen in der Marienschule auf dem B\u00fclt zusammengefasst werden. F\u00fcr die Hauptschule mit einem Realschulzug wird ein neues Schulzentrum in der N\u00e4he der alten R\u00fchlertwister Schule gebaut werden. Die Schule in Twist Sch\u00f6ninghsdorf wird nur noch f\u00fcr die Grundsch\u00fcler dieses Raumes benutzt werden. In weiterer Zukunft werden in dieses Verbundsystem auch die Sch\u00fcler von Adorf, Neuringe und R\u00fchlermoor einbezogen werden.&#8220; Im Schuljahr 1972\/73 schreibt Rektor Mijalski: \u201eEin weiterer Schritt in Richtung auf die k\u00fcnftige Organisation des Twister Schulwesens bildete die Verlegung der F\u00f6rderstufe an die hiesige Schule. Sie sollte vom Schuljahr 1973\/74 ab auch den hiesigen Sch\u00fclern angeboten werden. Andererseits soll sie als Vorl\u00e4ufer der Orientierungsstufe interessierten Lehrpersonen die Einarbeitung besser erm\u00f6glichen, denn sie wird im folgenden Sch\u00fcljahr dreiz\u00fcgig und im Schuljahr 1974\/75 m\u00f6glicherweise f\u00fcnfz\u00fcgig gef\u00fchrt werden.&#8220; Um den n\u00f6tigen Unterrichtsraum zu schaffen, sollten einzelne Jahrg\u00e4nge der Grundschule in der Marienschule unterrichtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab August 1973 wurden dann drei f\u00fcnfte Klassen mit zusammen 86 Kindern zu einer F\u00f6rderstufe zusammengefasst. \u201eDie Arbeit wurde so ausgerichtet, dass sich damit dem Kollegium erste M\u00f6glichkeiten zur Einarbeitung in lernzielorientiertes Planen und in Teamarbeit boten. Vor allem wurde versucht, Differenzierungsm\u00f6glichkeiten in den F\u00e4chern Englisch und Mathematik zu erproben.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits jetzt herrschte in der Schule in der Siedlung eine erhebliche Raumnot. Man hoffte, im Schuljahr 1974\/75 erste Klassen in dem. neuen Geb\u00e4ude (Schulzentrum) unterbringen zu k\u00f6nnen. Immerhin war mit dem Bau am Ende des Jahres 1973 begonnen worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Beginn des Schuljahres 1974\/75 besuchten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der f\u00fcnften Jahrg\u00e4nge aller Twister Schulen gemeinsam die F\u00f6rderstufe der Siedlungsschule. Insgesamt waren es 159 Sch\u00fcler, die in f\u00fcnf Parallelklassen unterrichtet wurden. Damit begann die Phase der praktischen Erprobung. Besonders das parallele Arbeiten zwischen den verschiedenen Klassen war f\u00fcr das Kollegium ungewohnt. In zahlreichen Konferenzen wurden Unterrichtseinheiten geplant und Tests zur Leistungs\u00fcberpr\u00fcfung entworfen. Es galt, die Balance zu halten zwischen individueller p\u00e4dagogischer Freiheit des Einzelnen und dem Einhalten gemeinsamer Absprachen. Erfreulicherweise wa\u00adren die meisten Kolleginnen und Kollegen zu diesem Kompromiss und zu der recht gro\u00dfen Mehrbelastung bereit.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Antragstellung zur Einrichtung einer Orientierungsstufe begann eine gro\u00dfe Diskussion \u00fcber die Ausrichtung des Twister Schulwesens. Demnach soll die OS nun in dem neuen Schulzentrum untergebracht werden. In den vier gr\u00f6\u00dferen Ortsteilen sollen selbst\u00e4ndige Grundschulen bestehen bleiben. Die Grundschulen in Hebelermeer und Neuringe sollen aufgel\u00f6st werden, und der Bestand der Grundschule Adorf wird ebenfalls in Frage gestellt&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Im August <em>1975 <\/em>ist es dann endlich soweit: \u201eEs war ein seltsames schulorganisatorisches Gemisch, das sich zwischen den noch recht kahlen Betonw\u00e4nden und -pfeilern breitmachte: sechs Klassen einer neuer\u00f6ffneten Orientierungsstufe <em>(5. <\/em>Schuljahr), f\u00fcnf Klassen der auslaufenden F\u00f6rderstufe (6. Schuljahr) und drei Klassen eines 7. Hauptschuljahrgangs&#8230; Da man allerdings bald feststellte, dass das in der Siedlung verbliebene 8. und 9. Schuljahr nur sehr umst\u00e4ndlich zu unterrichten war, holte man diese beiden Klassen auch unter Ausnutzung der Fachr\u00e4ume in das Schulzentrum nach.&#8220; Insgesamt waren es zun\u00e4chst 488 Sch\u00fcler, die in 16 Klassen unterrichtet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Leiter der neuen Schule war Rektor Hubert Mijalski, sein Stellvertreter Konrektor Rolf Kohm\u00fcller, der zugleich die OS kommissarisch leitete.<\/p>\n\n\n\n<p>(Aus der Chronik zum 10-j\u00e4hrigen Bestehen von H. H. Bechtluft)<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schulchronik kann man entnehmen, dass die Arbeit an der neuen Schule (trotz erheblicher zeitlicher Belastung) mit gro\u00dfem Elan begonnen wurde. Besonders die neuen Fachr\u00e4ume (Naturwissenschaften, Werken u. Hauswirtschaft) mit ihrer hervorragenden Ausstattung motivierten Lehrer wie Sch\u00fcler gleicherma\u00dfen. Lediglich ein gravierender Mangel war dem sportbegeisterten Schulleiter von Anfang an ein Dorn im Auge: die fehlende Turnhalle. Sie konnte leider erst im Sommer 1978 offiziell ihrer Bestimmung \u00fcbergeben werden. Bis dahin musste der Hallenunterricht auf dem B\u00fclt und in der Siedlung stattfinden. Gl\u00fccklicherweise wurde recht z\u00fcgig eine hervorragende Au\u00dfensportanlage geschaffen, die den Mangel wenigstens teilweise ausglich. Als im Dezember 1980 das Hallenbad in Betrieb genommen werden konnte, waren die Bedingungen f\u00fcr den Sportunterricht nahezu ideal, auch wenn aus heutiger Sicht die Turnhalle eine Nummer zu klein aus\u00adfiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schulentwicklungsplan der Gemeinde deutete ein gro\u00dfes Problem fr\u00fchzeitig an: die rasante Entwicklung der Sch\u00fclerzahlen. Bereits <em>1975 <\/em>war die Schule eigentlich zu klein. Als dann nach erheblichen Schwierigkeiten zum August 1977 ein Realschulzug angegliedert wurde, stand fest, dass das Raumangebot der Schule um vier weitere Klassenr\u00e4ume erh\u00f6ht werden musste.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst im Juni 1979 konnten die neuen Unterrichtsr\u00e4ume bezogen werden. Trotzdem war die Raumnot im Schulzentrum nicht behoben. Zun\u00e4chst wurden Klassen des 8. \u201asp\u00e4ter des <em>5. <\/em>Jahrgangs in Klassenr\u00e4umen der Marienschule unterrichtet. Die zus\u00e4tzliche Belastung der Kolleginnen und Kollegen, die am Vormittag bis zu zwei An- und Abfahrten in Kauf nahmen, dauerte bis zum Ende des Schuljahres 1987\/88. Erst mit dem Anbau weiterer vier allgemeiner Unterrichtsr\u00e4ume im Schuljahr 97\/98 ist der Platzmangel im Schulzentrum behoben. Die Entstehungsgeschichte des Schulzentrums Twist war kompliziert und nicht ohne Schwierigkeiten. Wenn man nur daran denkt, welches Durchsetzungsverm\u00f6gen der Verantwortlichen in der Gemeinde es bedurfte, um gegen den Widerstand der damaligen Schulaufsicht u.a. die Realschule durchzusetzen, so kann man die Freude und Genugtuung des ehemaligen Landtagsabgeordneten und Altb\u00fcrgermeisters Hermann Nottberg nachempfinden, als er im Juli 1981 anl\u00e4sslich der Schulentlassungsfeier zu den ersten Entlasssch\u00fclern der Realschule Twist sprach.<\/p>\n\n\n\n<p>In seiner Chronik zum 10-j\u00e4hrigen Bestehen der Schule unterstreicht H. H. Bechtluft die besondere Rolle der bis dahin t\u00e4tigen Schulleiter: \u201eEs ist das bleibende Verdienst der genannten Schulleiter (H. Mijalski, H. Reinert u. F. Folkers), in Zusammenarbeit mit engagierten Lehrerinnen und Lehrern eine auf dem Rei\u00dfbrett entworfene und dann in den Mittelpunkt der erst 1974 entstandenen Gemeinde Twist hineingesetzte Schule solide im Bewu\u00dftsein der B\u00fcrger verankert zu haben.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entstehung der HRS Twist Am Donnerstag, dem 7. August 1975 wurde in den neuen R\u00e4umen des Schulzentrums Twist mit dem Unterricht begonnen. Offiziell wurde die Schule am 29. August ihrer Bestimmung \u00fcbergeben. 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